Sind Minimalisten introvertiert?
Heute versuchen wir die Charaktereigenschaften von Minimalisten zu beleuchten und fragen uns Sind Minimalisten introvertiert? Wir wissen es nicht, aber es deutet vieles darauf hin, dass Minimalisten ähnliche Charaktereigenschaften haben. Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Das erwähnte Interview mit Selim Tolga & DJ Antoine findest Du hier. Bringt Dir der Podcast einen Mehrwert? Hier kannst Du per Paypal etwas spenden. Den Schweizer Minimalismus Podcast gibt es auch auf iTunes, Google & Spotify. Wöchentliche Minimalismus Tipps findest Du auf unserem YouTube Kanal.
2 Comments
  1. Hallo Selim und Thomas.

    Vorab Glückwunsch und Dank, für die gelungene Folge, die nicht die erste ist, die mich bereichert hat, Impulse gibt und mein Gehirn zum Nachdenken anregt.

    Apropos Gehirn und Anregung: Hier vermute ich auch den Zusammenhang zwischen Introversion und Minimalismus.

    Wie das?

    Soweit ich in meinem Halbwissen korrekt abgespeichert habe, gibt es gehirnphysiologische Unterschiede zwischen extrovertierten und introvertierten Menschen. Der Schlüssel liegt hier wohl in der Reizverarbeitung.

    Nach kurzer Recherche auf dieser halbwissenden Spur:

    Moderne bildgebende Verfahren bestätigen demzufolge Forschungen von H. J. Eysenck und eurem Landsmann C. G. Jung, dass die Gehirne von introvertierten Menschen schneller überreizt sind, da sie prozentuell mehr Informationen aus ihrer Umgebung aufnehmen, als extrovertierte, wodurch ihr Gehirn schneller ermüdet. Deshalb auch eher die Neigung zur Stille, Ruhe und Rückzug bezüglich sozialen Aktivitäten. In einer reizreduzierten Atmosphäre lädt der Introvertierte seinen Akku auf. Kann ich für mich voll bestätigen.

    Auch scheinen sich die Gehirne Introvertierter, vom Status einer unnatürlichen völligen Reizarmut aus, bei Steigerung der Reize, schneller wohlzufühlen, als die Gehirne Extrovertierter, die zum wohlfühlen offensichtlich mehr Input und ein höheres Erregungsniveau benötigen.

    Der Extrovertierte flieht also vor dem Horror Vacui, weil er sich hierin nicht wohlfühlt. Er muss Reize anhäufen um sich wohlzufühlen.

    Der Introvertierte fühlt sich dem Pol des Vacui sehr viel verbundener und meidet zudem ein Zuviel an Reizen.

    HORROR VACUI (Extro) versus AMOR VACUI (Intro)

    Womit man auch ganz schnell den Bereich des Sozialen verlässt, mit dem Introvertierte am ehesten in Verbindung gebracht werden und das Areal der Ästhetik, der Wahrnehmung und des Sinnlichen betritt.

    Wie könnte sich also ein Mensch, der einer sozialen Reizüberflutung entflieht, sich in einem dinglich bunt überfluteten Wohnraum wohlfühlen?

    Der Zusammenhang ist wirklich spannend und lädt zum Nachdenken (und Link-Hopping) ein.

    Auch die Beobachtung/Vermutung von Thomas, dass introvertierte Menschen mehr zum in-sich-versenken und Nachdenken neigen, lässt sich offensichtlich gehirnphysiologisch herleiten. Siehe https://www.teamintrovertiert.de/darum-ticken-introvertierte-anders/

    Warum mir das Thema nicht unbekannt ist? Ich zähle mich selbst auch zu der Spezies der leisen und introvertierten Menschen. In diesem Zusammenhang ich dann auch in der Vergangenheit bereits das Halbwissen der neurophysiologischen Unterschiede aufgeschnappt hatte und dank eurer Podcastfolge nochmal genauer recherchiert habe und weiter werde.

    Kurz zum Thema „sich ähnelnde Eigenschaften, Interessen, usw. von Minimalismus affinen Menschen“: Ich bin etwa Ende 2019 bei der Minimalismus-Suche in einer Podcast-App auf euren Podcast gestoßen und schaute verdutzt aus der Wäsche, als ich das erste „Guten Morgen Selim“ hörte. Warum? Weil mir Thomas, mit seiner klaren Gestaltungsauffassung, aus dem Bereich der S/W Fotografie sehr bekannt und mit eine ästhetisch sinnprägende Orientierung „war“. Die Stimme hatte sich durch Genuss seiner Videokurse eingebrannt. Stalking-Entwarnung! Es war tatsächlich Zufall!

    Und auch gerade an diesem Beispiel (Fotografie von Thomas), ist wieder eine Vorliebe zur Reizreduktion ablesbar, wenn man das will. Das Wesentliche, die Essenz gewinnt an Raum, wenn man das Unwesentliche weglässt.

    Demnach eine doppelte Glanzleistung eines introvertierten Gehirns, es bei der Streetphotography zu schaffen, aus der visuell überladenen Kulisse des urbanen Treibens, die leisen und wertvollen Töne herauszufiltern. Quasi ein visuelles Ausmisten.

    Thomas war mit seinen Kursen also auch eine Art Aufräum-Coach. Fotografischer Aufräum-Coach 🙂

    Ende. Bisschen viel Worte für ein Minimalismus-Kommentar.

    Vielen Dank für eure regelmäßige Inspiration und Impulse!

    Grüsse aus Deutschland. Eric. Dem Amor Vacui angetan, but still in progress.

    • Guten Morgen Eric
      Danke für das umfassende Feedback. Schön, dass wir mit diesem Thema Dein Interesse geweckt haben.
      Ja, so siehst bzw. hörst Du mich wieder. Für mich ist der Podcast eine Art Selbstfindung, so wie es die Fotografie auch war. Und die parallelen zum Aufräumen in der Fotografie sind nicht zu übersehen. Der Kreis schliesst sich irgendwie.
      En liebe Gruess
      Thomas

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