Minimalismus Lebensstil lernen

Minimalismus Lebensstil lernen mit der 12 - Schritt - Methode

Minimalismus Lebensstil lernen und Schritt für Schritt arbeiten? Mein meine 12 Schritt Methode zum leichten und einfachen Lebensstil Minimalismus ist perfekt, wenn du gerade neu startest oder einen längeren Unterbruch hattest. Aber auch wenn du auf deiner Minimalismus-Reise schon weiter bist, eignen sich diese 12 Schritte besonders, um neue Gewohnheiten zu festigen, noch gründlicher zu minimalisieren und das Ganze nachhaltig zu Meistern.

Minimalismus ist relativ

Bevor es losgeht, eines vorweg: Minimalismus bedeutet für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge. Der Minimalist, der auf seinem Segelboot wohnt, kann seine kulinarischen Bedürfnisse vielleicht mit einer einzigen Kochplatte befriedigen. Diejenigen unter uns, die eine voll ausgestattete Küche haben, mögen ihre Mikrowellen, Pizzasteine und Reiskocher als unverzichtbar betrachten. Gleichzeitig wäre die Tauchausrüstung, die er als notwendig erachtet, in unseren Haushalten wahrscheinlich überflüssig. Minimalismus ist relativ. Es gibt keine Masterliste, was in ein minimalistisches Zuhause gehört. Es spielt keine Rolle, ob wir fünfzig, fünfhundert oder fünftausend Dinge besitzen - was zählt, ist, ob es gerade genug (und nicht zu viel) für uns ist. Wir reduzieren unsere Besitztümer auf unser persönliches "Optimum". Gerade genug zu besitzen, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen, und nicht mehr.

12-Schritt-Minimalismus-Methode

Diese 12 Schritt-Minimalismus Methode leitet sich von den Anfangsbuchstaben vom Wort Minimalismus ab. Jeder Buchstabe steht für einen Schritt und das ganze chronologisch. Mit dieser Eselsbrücke sollte nichts mehr schiefgehen und wir starten mit dem ersten Buchstaben und somit dem ersten Schritt, den du beim Etablieren vom Minimalismus gehen solltest, dem M:

1. MINDSET

Bevor du den neuen Lebensstil Minimalismus beginnst zu etablieren, brauchst du das richtige Mindset. Bei dieser mentalen Vorbereitung fragst du dich im Kopf: "Nach welchen Werten möchte ich künftig Leben?" Häufig auftauchende Werte im Minimalismus sind: Leichtigkeit, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Flexibilität, Klarheit und Freiheit. Diese Werte bilden dein innerer Filter und helfen dir später beim Ausmisten mit dem Treffen von Entscheidungen. Frage dich weiter: "Wie soll es am Ende aussehen?" "Was brauche ich eigentlich regelmässig?" Mache dir eine Essenz-Liste aus dem Kopf. Wenn du etwas gedanklich so nämlich nicht erfassen kannst, dann brauchst du es vermutlich auch nicht unbedingt. Minimalismus Lebensstil lernen heisst also zu Beginn: Kopfarbeit.

2. INTRINSISCH

Sorge für eine intrinsische Motivation für dein Minimalismus-Experiment, damit du das Ganze nachhaltig machen kannst. Intrinsische Motivation ist ein innerer Antrieb, der eine Person dazu bringt, einer Aktivität nachzugehen, nicht wegen äusserer Belohnungen, sondern weil die Handlung selbst Spaß macht. Beispiel: Extrinsische Motivation: "Minimalismus ist im Trend, das probiere ich aus". Intrinsische Motivation: "Ich merke, dass mich Dinge nicht glücklich machen, ich verspüre das Bedürfnis zu reduzieren". Wenn du deine intrinsische Motivation gefunden hast, hast du die Antwort auf die Frage nach dem warum - warum du minimalisieren willst. Das wird dafür sorgen, dass du deine individuelle Minimalismus-Formel findest, die zu dir und deinen Bedürfnissen passt. 

3. NEUANFANG

Du drückst den Reset-Knopf, einen seelischen Schlussstrich unter die Vergangenheit damit du weiterziehen und neu anfangen kannst, frei und unbeschwert zu leben. Wenn du es bewusst als Neuanfang, als Reset verinnerlichst, kannst du es auch besser annehmen, als wenn du versuchst, mit dir zu hadern und Altes zu korrigieren. Pflanze einen neuen Garten anstatt dich zu lange um Schädlingsbekämpfung zu kümmern. Minimalismus Lebensstil lernen, heisst: loslassen.

Der Schlüssel zum Neuanfang ist es, alles aus dem vorgesehenen Bereich herauszunehmen. Wenn es sich um eine Schublade handelt, drehen wir sie auf den Kopf und kippen den Inhalt heraus. Wenn es ein Kleiderschrank ist, räumen wir ihn bis auf die Haken, Stangen und Regale aus. Warum ist das wo wichtig mit dem kompletten entleeren? Weil wir uns so sehr daran gewöhnt haben, bestimmte Dinge an bestimmten Orten zu sehen, dass es so aussieht, als hätten sie das Recht, dort zu sein (ob sie nun dort hingehören oder nicht). Neuanfang = Reset = Leere = Minimalismus Lebensstil lernen.

4. ISOLIERUNG

Nachdem das Mindset gefestigt ist, du also weisst, in welche Richtung das Schiff steuert und du bereit bist, den neuen Kurs aufzunehmen, ist es an der Zeit, deine Sachen in Kategorien zu isolieren. Typische Kategorien sind: Schätze (Dinge, die du regelmässig brauchst oder einfach liebst), UN-Sachen (Dinge, die mit UN beginnen wie Unsicher, Ungebraucht, Unnütz, Unerwünscht etc.), und natürlich die Kann-weg-Kategorie (verschenken, verkaufen oder wegwerfen). Die heikle UN-Kategorie schauen wir uns später beim U an. Bei der Isolierung in diese drei Kategorien beachte Folgendes: Es ist viel einfacher, wenn wir uns überlegen, was wir behalten wollen, anstatt zu entscheiden, was wir wegwerfen wollen. So können wir unsere Schätze viel besser isolieren, wenn wir auswählen, was wir wirklich lieben und brauchen; als uns jedem einzelnen Ding zu widmen und uns zu fragen: brauche ich das noch. Im Minimalismus wirst du zu einem Kurator in einem Kunstmuseum. Du beginnst mit einer leeren Galerie und wählst die besten Werke aus, mit denen du den Raum verschönern willst. Wir entscheiden aus dem Kopf, welche Gegenstände unser Leben verschönern und bereichern, und stellen nach dem Minimalisieren nur diese isolierten Dinge in unseren Raum zurück.
Hier noch ein schönes Mantra bevor du mit der Isolierung startest: "Ich lebe leicht und anmutig, mit nur den Objekten, die ich funktional oder schön finde." Dann überlegst du dir aus dem Kopf, welche Dinge das sind und beginnst mit der Isolation der Kategorien.

5. MEHRWERT

Während wir unsere Sachen in Kategorien isolieren, sollten wir innehalten und uns fragen, warum die Dinge da sind. Wie kamen Sie in unser Leben, was waren die Motivation-Trigger für den Einlass? Durch den Minimalismus Filter sollten es nur echte Schätze schaffen, die einen langfristigen Mehrwert bieten: Gebraucht und geliebt. Hinterfrage jeden einzelnen Gegenstand, der auf dem Weg zur Schatzkategorie, also behalten, ist. Nichts bekommt einen Freifahrtschein! 

Bei der Entscheidung, was in unseren Mehrwert-Schatzhaufen gehört, solltest du das Pareto-Prinzip (auch als 80/20-Regel bekannt, hier ein kurzes Video von mir darüber) im Hinterkopf behalten. In diesem Zusammenhang bedeutet es, dass wir 20 Prozent unserer Sachen in 80 Prozent der Zeit benutzen. Halte dich an die simple Formel mit den beiden G's: Gebraucht & geliebt. Bei gebraucht gilt als Faustregel: mindestens einmal im Jahr. Das sind die Dinge, die du meist auch aus dem Kopf gedanklich erfassen kannst, die Essenz. Minimalismus Lebensstil lernen: Auf Schatzsuche gehen.

6. AUFRÄUMEN

Was ist aufräumen? Nach Duden: "an seinen Platz stellen". Darum spreche ich in meinen YouTube Videos immer wieder von sinnvollen Parkplätzen. Präge dir dieses Mantra ein: "Ein Platz für alles, und alles an seinem Platz." Wenn jeder Gegenstand, den wir besitzen, einen bestimmten Platz hat (im Minimalismus idealerweise in einer Schublade, einem Schrank oder einem Behälter damit die Flächen möglichst leer und klar bleiben), werden sich keine herumstreunenden Gegenstände in unserem Haushalt ansammeln und zu Unordnung führen.

Unordnung bedeutet: Ist unerledigt oder hat keinen oder noch keinen festen Platz. Mit diesem Parkplatz-System können wir leicht etwas entdecken, das nicht dazugehört, und es erledigen, entfernen oder einen Platz zuweisen. Wenn wir jedem Gegenstand einen Platz zuweisen, überlegen wir, wo und wie oft wir ihn benutzen. Sachen vom gleichen Typ werden in Zonen und Kategorien zusammengefasst. Der ideale Platz für einen Gegenstand hängt natürlich davon ab, in welchem Bereich wir ihn benutzen und wie zugänglich er sein soll. Wenn du die Parkplätze sinnvoll vergeben hast, geht das ganz schnell und du nimmst es nicht mehr als aufräumen wahr, sondern eben als zurücklegen. 

7. LIMITIERUNG

Minimalistisch zu leben bedeutet, unseren Besitz in Schach zu halten, und der effektivste Weg, dies zu tun, ist, Grenzen zu setzen. Limiten helfen uns wirklich, die Oberhand über unsere Dinge zu gewinnen, damit wir wieder mehr Macht, Kontrolle und mehr Freiraum haben. Beschränken wir unsere Sachen auf den zugewiesenen Platz, und geben etwas Altes weg, wenn etwas neues hinzukommt. Grenzen kann und sollte man sich für so ziemlich alles setzen. Mache dir einen Spaß daraus, deinen Sachen Grenzen zu setzen: Verlange zum Beispiel, dass alle DVDs in das ihnen zugewiesene Regal passen, alle Pullover in die ihnen zugewiesene Schublade, das gesamte Make-up in einen Kosmetikkoffer. Begrenzen die Anzahl der Schuhe, Socken, Kerzen, Stühle, Laken, Töpfe, Schneidebretter und Sammlerstücke, die du besitzt. Begrenze deine Zeitschriftenabonnements und die Anzahl der Gegenstände auf deinem Couchtisch. Beschränke deine Sportgeräte auf eine Ecke. Begrenze Teller, Tassen und Utensilien auf die Größe deiner Familie oder typische Besucheranzahl und die Gartenartikel auf die Bedürfnisse deines Gartens.
Was passiert ohne Limitierung? Dinge dehnen sich aus, um den verfügbaren Raum zu füllen. Den Raum zu begrenzen bedeutet weniger Zeug, weniger Unordnung, weniger Sorgen und weniger Stress. Wenn wir kein großes Haus haben, können wir auch nicht ein großes Haus voller Zeug haben. Stelle dir vor, du ziehst von einer Einzimmerwohnung in ein Haus mit einem Dachboden, einem Keller und einer Doppelgarage - diese Stauräume werden sich zweifellos füllen, einfach, weil sie da sind. Wenn du einen Heimtrainer in deiner kleinen Wohnung nicht mehr benutzt, würdest du ihn wahrscheinlich entsorgen; aber in einem größeren Haus würdest du ihn vermutlich in den Keller tun. Kleinere Wohnungen schränken die Anzahl der Dinge, die wir besitzen können, auf natürliche Weise ein - was es viel einfacher macht, einen minimalistischen Lebensstil zu führen. Wenn du erst einmal die Freude an Grenzen und Limiten entdeckt hast, wirst du inspiriert sein, sie auch in anderen Bereichen deines Lebens anzuwenden. Die Begrenzung von Verpflichtungen und Aktivitäten kann zu einem weniger hektischen Lebensstil führen und wertvolle Zeit freisetzen. Wenn wir unsere Ausgaben einschränken, können wir unsere Kreditkartenrechnungen senken und unser Bankkonto aufbessern. Die Einschränkung von verarbeiteten, fetthaltigen und zuckerhaltigen Lebensmitteln kann unseren Taillenumfang reduzieren und unsere Gesundheit verbessern. 

8. INHALTSLOSIGKEIT

Oder das bewusste Spiel mit der Leere, einen Horror Vacui in einen Amor Vacui umwandeln. Horizontale Flächen sind ein Magnet für Unordnung. Unsere großen, flachen Flächen sind eine unwiderstehliche Einladung für herumliegende Gegenstände; man kann die Anziehungskraft fast spüren.
Schauen wir uns einmal die Oberflächen in unsrem Wohnraum an. Befindet sich auf dem Esstisch etwas anderes als Teller, Besteck und vielleicht ein Tafelaufsatz? Ist der Couchtisch frei von Gegenständen, außer Getränken oder Snacks, die gerade konsumiert werden? Steht auf dem Beistelltisch noch etwas anderes als eine Lampen oder vielleicht die Fernbedienung? Wie sieht es mit dem Bett aus? Beschränkt sich sein Inhalt auf die Laken, Decken und Kissen, die wir heute Abend benutzen werden? Sind die Küchentheken weitgehend frei, bereit für die Zubereitung und das Servieren der nächsten Mahlzeit? Wie viel von unserer  Schreibtischoberfläche ist leer? 
Alles, was wir brauchen ist eine neue Einstellung und das begeisterte Festhalten an folgendem Prinzip: Oberflächen sind nicht zum Aufbewahren da. Dafür hast du die Parkplätze aus dem vorherigen Punkt. Vielmehr sind Flächen für Aktivitäten da und sollten zu allen anderen Zeiten frei gehalten werden. Setzen wir dieses minimalistische Prinzip in die Praxis um, und wir werden von den Ergebnissen begeistert sein: Unser Zuhause wird nicht nur ordentlicher, organisierter und ruhiger aussehen, es wird auch unendlich viel nützlicher und leichter zu reinigen sein. Inhaltslosigkeit bedeutet also Leere schaffen, um in dieser Leere sinnvolle Dinge tun zu können. Einzige Ausnahme natürlich: Gegenstände, die ihren festen "Platz" auf der jeweiligen Oberfläche haben, wie z.B. der Kerzenleuchter auf dem Esstisch oder die Leselampen auf dem Beistelltisch. 
Genau so verfährst du übrigens mit deinem Terminkalender und deinem Umgang mit Zeit. Lasse gewisse Tage leer und ohne Inhalt. Das wird dafür sorgen, dass du mit Freude und Leichtigkeit spontan etwas tun kannst. Minimalismus Lebensstil lernen: Es muss nicht Leere gefüllt werden.

9. SIMPLIFIZIERE

Der Mensch neigt zu Komplexität. Besonders jetzt, in einer komplexen Welt, in einer Wachstums- und Beschleunigungsgesellschaft mit immer mehr Möglichkeiten. Durch zu viel Komplexität verlierst du Zeit und Energie. Diese persönlichen Ressourcen kannst du genau so verschwenden, wie physischer sichtbarer Abfall. Minimalismus Lebensstil lernen, heisst darum auch simplifizieren. Beim Simplifizieren geht es um nichts anderes, als ums Vereinfachen. Es gibt heute so viele Dinge zur Auswahl, so viele Dinge zu tun, zu besitzen und zu erleben, dass wir uns schnell mitreissen lassen können, in-dem wir zu viel wollen.

Im Minimalismus bilden wir daher eine vereinfachte Lebensstrategie, indem wir simplifizieren, also vereinfachen, auch bekannt als Kiss-Gesetz: Komplexität entfernen. Umsetzung? Besitze wenige und praktische Dinge. Und überall dort, wo jetzt vielleicht deine Zeit und Energieressourcen stark strapaziert sind, du dich ständig nervst, dort musst du simplifizieren. Nur noch ein Konto, damit die Abrechnung schnell geht. Keine Memberkarten mehr. Wenige Kleidungsstücke, die gut kombinierbar sind. Unwichtige E-Mails automatisch ausfiltern lassen. Erkennen, wann du es lieber gut sein lassen solltest, anstatt mit etwas zu kämpfen. Du siehst, simplifizieren kann man in allen Lebensbereichen. 

10. MEISTERN

Bei A wie Aufräumen haben wir über Parkplätze und Zonen gesprochen und sie nach Räumen (z. B. Küche, Bad und Schlafzimmer) und Zonen von Räumen (z. B. die Fernseh-, Hobby- und Computerzonen in unserem Familienzimmer) definiert. Die Idee war, dass alle Objekte, die zu den Aktivitäten einer bestimmten Zone gehören, sich in dieser Zone befinden sollten, anstatt ziellos im Haus herumzuwandern. Wir sind dann noch weiter gegangen und haben jede Zone in unseren Inneren- und Äusseren Kreis sowie Lager unterteilt - mit den Dingen, die wir oft, manchmal oder fast nie benutzen. Nun gehts einerseits darum, das bestehende Ergebnis zu erhalten und keinen neuen Ballast hereinzulassen. In Bezug auf die Ordnung halten: Sich angewöhnen, Dinge nach Gebrauch sofort wieder zu versorgen. Wenn du dich damit schwertust, besonders, auch wenn du ein typischer Rechtshirner bist, kannst du bei den Parkplätzen noch einen Schritt weiter gehen und deine Dinge weiter nach Modulen oder Zweck organisieren. Ein Modul ist ein Satz zusammengehöriger Elemente, die eine bestimmte Aufgabe erfüllen (z.B. das Bezahlen von Rechnungen oder das Backen von Kuchen).
Meistern heisst grundsätzlich auch, du aktivierst deinen Minimalismus Filter und lässt nur das herein, was einen echten Mehrwert bringt und die Anschaffung intrinsisch motiviert ist. Also aus dir heraus. Wenn du eine Holschuld etablieren kannst, dass du dir Dinge und Sachen nur dann holst, wenn du sie wirklich aus eigenem Antrieb brauchst und eben nicht unwillkürlich Dinge nur für den Fall aufbewahrst, hast du es definitiv gemeistert. 

11. UNORDNUNG

Meistern heisst auch, keine Unordnung mehr. Hier geht es nun nicht mehr nur um physische Dinge, die nicht versorgt sind, sondern um die Vermeidung von Unordnung. Dazu muss man wissen, was Unordnung ist. Meistens unentschiedenes. Daraus entstehen oft "Vielleicht brauche ich es eines Tages noch" Sachen. Unordnung ist aber auch, wie bei der Isolation deiner Kategorien, besprochen: Ungebraucht, Unsicher, Unentschieden, Unerwünscht, Unwahrscheinlich, Unnötig uzw. Alles was mit UN beginnt. Oft geht es hier um Papierkram, um To Do's, Wünsche, angefangene Projekte, angesammeltes Wissen.

Wenn du physisch ausgemistet hast, sorge auch in dieser UN-Palette für dauerhafte Ordnung und simplifiziere und minimalisiere noch besser, wenn du Rückschläge hast. Denke daran: die einfachste Methode Unordnung zu verbannen, ist die Reduktion der Masse. Zero Waste bedeutet keine Verschwendung von Abfall. Unordnung ist ein Waste deiner Zeit - und Energieressourcen. Mit der Minimalisierung von UN bringst du deine Entrümpelungsbemühungen auf Hochtouren, indem du dir neue Gewohnheiten aneignest: Genügsamkeit, Dinge sofort erledigen, Nein sagen, Limitierung. 

12. STREIFZUG

Wenn wir alle 12 MINIMALISMUS-Schritte durchgearbeitet haben, begeben wir uns auf einen Streifzug. Wir setzen die Minimalismus-Reise fort, wir erkunden, beobachten, tauschen uns aus, lernen und optimieren: bewegen uns auf einem ständigen Streifzug.
Wir müssen an ein minimalistisches Leben genauso herangehen wie an eine neue, gesündere Ernährung - nicht als eine einmalige Aktivität, sondern als eine umfassende Lebensstiländerung.
Du wirst weiterhin darauf achten müssen, was in das Haus kommt. Um unseren minimalistischen Lebensstil aufrechtzuerhalten, dürfen wir niemals unsere Wachsamkeit aufgeben; die Dinge können schnell außer Kontrolle geraten, wenn wir nicht achtsam sind. Wir müssen einfach nur Routinen für den Umgang mit eingehenden Dingen wie Post, Katalogen, Geschenken und Werbegeschenken einführen - und uns an sie halten. Recycling- und Spendenboxen in der Nähe der Eingangstür zu platzieren, wirken Wunder - und verhindern mit wenig Aufwand Unmengen an potenzieller neuer Unordnung.
Auf dem Streifzug sein, ist die Erkenntnis, dass deine bisherige Entrümpelung nur der Anfang ist. Du wirst feststellen, dass deine minimalistischen Kräfte mit der Zeit stärker werden - und dass die "Must-haves", die deine erste Entrümpelung überlebt haben, bei der zweiten Runde nicht mehr so wichtig erscheinen und bereits zu "Nice to have" werden. Aus diesem Grund ist Minimalismus eben ein Streifzug, eine Reise und kein Nirwana. Natürlich machst du immer wieder längere Pausen. Dann siehst du deine Besitztümer mit frischen Augen und aus einer anderen und erfahreneren Perspektive. In der Zwischenzeit hast du vielleicht begonnen, die Freude und Freiheit eines minimalistischen Lebensstils zu erleben - was dich motivieren (und begeistern) wird, dich von noch mehr Dingen zu trennen. Du wirst erstaunt sein, wie viel leichter es wird, sich in der zweiten, dritten, vierten (oder zehnten oder zwanzigsten!) Runde von Dingen zu trennen. In diesem Sinne, wünsche ich dir einen guten weiteren Streifzug auf deiner Minimalismus-Reise und hoffe, dass du mit diesen 12 Schritten den Minimalismus Lebensstil lernen und anwenden kannst.

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